Leben 3.0

By #beindependent | 8.09.2015

Smart Cities sollen möglichst umweltfreundlich, aber auch besonders lebenswert sein.

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«Schlaue Städte» sind ein noch recht junges Konzept, das Städte trotz wachsender Anzahl an Bewohnern nachhaltiger und lebenswerter gestalten soll. Insbesondere Städte und Grossstädte stehen vor grossen Herausforderungen. Sie sind aktuell für Zweidrittel des Energieverbrauchs und für 70 bis 80 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Im Jahre 2050 wird die Weltbevölkerung rund neun Milliarden Menschen umfassen, wovon etwa 70% in Städten leben werden. Um dies bewältigen zu können und dabei trotzdem die Ressourcen zu schonen, werden sogenannte «Smart Cities» als eine Lösung gesehen. 

Städte werden dann als smart bezeichnet, wenn sie ihre Aufgaben mittels dem Einbezug verschiedener Anspruchsgruppen und der Nutzung von neuen Technologien lösen. Dazu gehören Massnahmen und Initiativen im Bereich der Wirtschaft, Mobilität, Energie und Umwelt, des Wohnens und der Gesellschaft. Die Smart City ist ein System der kurzen Wege. Beispielsweise werden mit  regionalen und saisonalen Lebensmitteln oder Baustoffen Zeit und Ressourcen effizient genutzt. Die Wiederverwendung von Abfall jeglicher Art, auch Urban Mining genannt, ist in den Städten der Zukunft ein ebenso zentraler Punkt.
Neueste Technologien und eine eigene Energieversorgung in Form von Minikraftwerken, Photovoltaik oder Solarthermie auf dem Dach sowie durch Erdwärme sind zentrale Faktoren für die «schlaue Stadt». Die regional produzierte Energie wird dann von Smart Grids, den intelligenten Stromnetzen der Zukunft, verlustfrei und bei Bedarf an die Haushalte weitergeleitet.

Eine Smart City ist einerseits besonders effizient und schont Ressourcen. Andererseits gehören auch Dachgärten, Parks und Grünstreifen zum Konzept. Das soll nicht nur der Entspannung der Stadtbewohner dienen, sondern auch zu einem besseren und gesünderen Klima beitragen.

In der Schweiz wird die Idee von Smart City in vielen Beriechen aufgenommen. Beispielsweise in den unzähligen Urban Gardening-Projekten oder Neubauprojekten. Die Öko-Sieldlung Tägerwilen, das nachhaltige Quartier Oberfeld oder das Zürcher Hunziker Areal sind Pioniere des Wohnens 3.0. Auf der Homepage von Smart City findet sich eine Liste von Projekten im In- und Ausland, wo auch Catch a Car im Bereich der intelligenten Mobilität aufgeführt ist.

Weitere Beispiele der Umsetzung von Konzept der schlauen Stadt zeigen sich auch in London und Amsterdam.
Das U-Bahnnetz der britischen Hauptstadt heizt zugleich zahlreiche Wohnungen. Um umweltfreundliche Fortbewegung zu ermöglichen werden zudem Elektrobusse eingesetzt und ein Velohighway quer durch die Stadt geplant. Viele Häuser sollen Dachgärten erhalten und die Stadtbegrünung soll ausgebaut werden. Hierzu wurden bereits rund 10‘000 Bäume gepflanzt und 100 sogenannte «Pocket Parks» erbaut, die eine grüne Oase im Kleinformat für die Städter bieten.

In Amsterdam werden seit 2009 insgesamt 89 innovative Smart City-Projekte umgesetzt. Das Veloweg-Netz wurde stark vergrössert und zum weltweit ersten Veloweg mit integrierten Solarzellen ausgebaut. Der Radweg soll so viel Energie produzieren, dass damit drei Haushalte mit Strom versorgt werden können. So könnten in Zukunft Strassen Energie für Elektroautos und E-Bikes produzieren, die darauf fahren, meint der Projektleiter von SolaRoad in Holland.

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