Das ist die Luzerner Fasnacht

By #beindependent | 17.02.2015

Fasnächtler aufgepasst: um euch die Wartezeit auf die «drey scheenschte dääg» etwas zu verkürzen, lassen wir euch wissen, was denn die Luzerner Fasnacht zu bieten hat!

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Die Luzerner Fasnacht richtet sich nach der katholischen Fasnacht, die jeweils 40 Tage vor dem Palmsonntag endet. Sie findet also vor der 40-tägigen Fastenzeit, die dem Osterfest vorausgeht, statt.

Die sogenannten drei «verreckten» Tage umfassen den schmutzigen Donnerstag, den Güdismontag und den Güdisdienstag. Höhepunkt dieser Tage ist der jeweilige Umzug durch die Stadt.

Begonnen wird mit der «Tagwach», morgens um fünf am schmutzigen Donnerstag.

«Schmutz» kommt von Fett, so bedeutet dieser Tag im Dialekt «Fetter Donnerstag». Dies, weil früher auf den Bauernhöfen per ausgehenden Winter «Metzgeten» stattfanden. Zu den fettigen Fleischgerichten gehörten auch reichlich «Ziegerkrapfen», «Schenkeli» und «Fasnachtschüechli» dazu. Die fettreichen Speisen sollten auf die kommende Fastenzeit hin ausreichend Reserven bilden. Güdisdienstag kommt von «Güdel» was Bauch oder Wanst bedeutet. An diesem Tag hat man sich früher vor der Fastenzeit nochmals so richtig den Bauch gefüllt.

Am schmutzigen Donnerstag findet der Fritschiumzug statt. Diese Tradition führt bis ins 15. Jahrhundert zurück. Die Krämgergesellschaft mit ihrer lebensgrossen Strohputte, dem Fritschi und andere Gesellschaften und Zünfte Luzerns zogen durch die Stadt. Es kam jedoch in den darauf folgenden Jahren immer wieder zu Unterbrüchen des Umzugs, sei es, weil die Stadt die ausgelassenen Feste nicht mehr duldete oder während den Kriegen.

Was jedoch immer durchgeführt wurde, ist die Fahrt des Fritschiwagens mit der Fritschipuppe, der Zunft zur Safran am schmutzigen Donnerstag. Später, als die Zunft zur Safran jedoch ausschliesslich den Fritschiwagen am Umzug fahren liess, gründeten ein paar Fasnächtler die Weyzunft. Sie nahmen sich das Recht Lokalpolitiker auf die Schippe zu nehmen und lustige Ereignisse des Jahres zu thematisieren.

Auch die Basler sollen etwas mit dem Fritschi zu tun haben. Um 1507 nämlich, kurz nach dem Eintritt der Basler in die Eidgenossenschaft, hatten diese den Wunsch, die Innerschweizer an ihre Fasnacht einzuladen. So stahlen sie die Strohpuppe, den Fritschi und nahmen ihm mit nach Basel. Der Plan war, dass die Luzerner zur Fastnachtszeit nach Basel kommen um den Fritschi wieder abzuholen und ein gemeinsames Fest zu feiern. Warum die Luzerner jedoch nicht sofort, sondern erst ein Jahr später zur Rückeroberung nach Basel reisten, ist unklar. Überliefert wurde jedoch, dass ein feierlicher Empfang auf dem Basler Kornmarkt stattfand, der fünf Tage dauerte.

Am höchsten Fasnachtstag, dem schmutzigen Donnerstag, findet heute noch immer der Fritschiumzug statt. Es werden jeweils rund vierzig offizielle und ebenso viele inoffizielle Nummern am Umzug gezeigt. Am zweit wichtigsten Tag, dem Güdismontag wird der Umzug der Weyzunft veranstaltet. Dieser unterscheidet sich vom Fitschiumzug nur, dass er durch den Wagen der Weyzunft abgeschlossen wird. Am Güdisdienstag wird der Monstercorso, der Vereinigung aller Guggenmusigen als Umzug ausgetragen. Welches Spektakel sich nach den Umzügen in den Gassen Luzerns abspielt, wird hier nicht festgehalten.

Die Fasnacht endet mit dem Beginn der Fastenzeit, dem «Äschemettwoch», also am Morgen nach dem Monsterumzug.

Schade dass die «rüüdig verreckte» Zeit morgen vorbei ist und wieder Normalität in der Zentralschweiz einkehrt. Nun ja, wir jedenfalls freuen uns auf das nächste Spektakel  - die Basler Fasnacht – die auch wir uns bestimmt nicht entgehen lassen!

Was sind eure persönlichen Fasnachtshighlights? Und was dürfen wir in Basel keinesfalls verpassen?

 

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