Bookcrossing

By #beindependent | 23.10.2015

Mit Bookcrossing kann man gelesene Bücher weitergeben und ihre Reise verfolgen.

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Ein spannender und nachhaltiger Trend, bei dem man seine nicht mehr benötigten Bücher unbekannten Menschen weitergibt. So macht man nicht nur Platz im Bücherregal, sondern kann auch andere in den Genuss kommen lassen, die abgelegten Bücher zu lesen. Besonders interessant ist, dass man dabei die Reise eines Buches über die Bookcrossing- Website weiterverfolgen kann. Über neun Millionen Bücher sollen über diese Plattform bereits ihre Besitzer gewechselt haben.

So funktioniert Bookcrossing: Man gibt ein Buch ab, das irgendwo den Weg eines neugierigen Lesers kreuzt. Hat dieser es gelesen, geht die Reise weiter zum nächsten. In Deutschland begeistern sich bereits über 60‘000 registrierte User für diese Form des Büchertauschs, in der Schweiz sind das aktuell etwas mehr als 6‘000 Personen.
Wer ein Buch weitergeben möchte (Bookcrosser nennen das «freilassen» oder Bücher «aussetzen»), kann sich auf der Internetseite anmelden und sich eine sogenannte BICD (BookCrossingIdentitätsnummer) geben lassen. Diese wird auf einem Etikett aufgedruckt, welches runtergeladen, ausgedruckt und auf dem Buch angebracht werden kann. Danach kann man es «freilassen» zum Beispiel im Café, an der Bushaltestelle, im Zug oder an sonstigen Orten, wo es Vorbeigehende mitnehmen können. Eine persönliche Widmung im Buch anzubringen ist deshalb hilfreich, aber keine Bedingung für Bookcrossing.

Hat ein Finder das freigelassene Buch gefunden – Bookcrosser nennen das dann «einfangen», kann er dies mit Hilfe des Etiketts wiederum auf der Webseite eintragen. Der oder die ehemaligen Besitzer können so die Reise ihres Buches verfolgen. Denn alle registrierten Vorbesitzer erhalten bei einem neuen Eintrag eine E-Mail. Anschliessend können sich die unterschiedlichen Besitzer austauschen, denn Kommentare zu dem Buch sind bei Bookcrossing ausdrücklich erwünscht.

Neben kostenlosem Lesevergnügen liefert Bookcrossing auch interessante Statistiken, die durch den Eintrag des Freilassens und wieder Einfangens entstehen. So erfährt man nicht nur den Reiseweg seines eigenen Buches. Man erfährt auch, welche Buchtitel am häufigsten auf eine ungewisse Reise geschickt wurden und welches das meistgereiste Buch ist, also welches am häufigsten den Besitzer gewechselt hat. Und da haben die Bookcrosser bereits einiges geleistet. Das am häufigsten weitergegebene Buch ist derzeit «Hoffnung‘s Constant Readers» von Gerard Hoffnung, ein Buch aus den 60er Jahren, das seit 2003 dank Bookcrossing bereits 601 Leser gefunden hat.

Dazu werden über den Büchertausch auch regelmässig organisierte regionale Treffen organisiert. Dort kann man sich darüber austauschen, wer wie zu einem bestimmten Buch gekommen ist, wie das Werk gefallen hat und welche Reisen die eigenen Bücher bereits gemacht haben. So ein Bookcrosser-Treffen findet beispielsweise monatlich in Zürich statt.

Neben der Plattform Bookcrossing gibt es verschiedene online Tauschbörsen wie Exsila oder book2book, wo alte Bücher anderen weiter gegeben werden. Auch entstehen vermehrt öffentliche Bücherschränke, wie neun davon in Basel zu finden sind.

Catch a Car wünscht viel Vergnügen beim Büchertauschen.

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