Allschwil – Pionier im Recycling

By Sladan Eric | 17.07.2017

In der Schweiz werden pro Kopf und pro Jahr 125 kg Kunststoffe verbraucht. Rund ein Drittel davon sind Verpackungen. Der Grossteil davon landet im üblichen Kehricht und wird verbrannt anstatt wiederverwertet. Die leidtragende Figur hierbei ist Mutter Natur. Anfang 2016 hat die Gemeinde Allschwil eine Massnahme gegen diese Verschwendung ergriffen und bietet ihren Einwohner/innen eine separate Kunststoffsammlung an.

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Marketinginstrument vs. Abfallberg

Die Produktverpackung ist ein sehr beliebtes und auch äusserst effektives Marketinginstrument. Was ist dreieckig, hat eine röhrenähnliche Form und eine gelbe Verpackung? Richtig, die Toblerone. Mit der Verpackung erzielt man eine grosse Bekanntheit und einen hohen Wiedererkennungswert, weshalb dieser viel Beachtung geschenkt wird. Auf der gegenüberliegenden Seite der Medaille steht eine enorme Menge an Abfall, welcher aus rationalen Gesichtspunkten nicht notwendig gewesen wäre. Problematisch sind hier vor allem Plastikverpackungen, weil diese für gewöhnlich nicht getrennt werden sondern im üblichen Kehricht landen und anschliessend in Verbrennungsanlagen verbrannt werden.

Trennen von schlechten Gewohnheiten ist auch Recycling
Manchmal reichen kleine Veränderungen in der Gewohnheit aus, um Grosses zu bewirken. Heute ist es kaum vorstellbar eine PET-Flasche in den Mülleimer zu werfen, ohne anschliessend schlechtes Gewissen zu haben. Vor vielen Jahren war das in der Schweiz noch gang und gäbe. Wieviel Leid dieses Umdenken unserer Umwelt erspart hat, lässt sich kaum in vorstellbare und greifbare Zahlen fassen. Was bei der Entsorgung der PET-Flaschen sehr gut klappt, ist bei anderen Stoffen durchaus ausbaufähig. Als erste Gemeinde der Nordwestschweiz hat Allschwil im Januar 2016 den Kunststoff-Sammelsack eingeführt und holt die gefüllten Sammelsäcke jede zweite Woche vor der Haustüre ab. Die Gemeinde verspricht sich davon eine Reduktion des Abfallbergs sowie eine Reduzierung des CO2-Ausstosses um 340 Tonnen pro Jahr. Generell sind die Allschwilerinnen und Allschwiler in Sachen Abfalltrennung bereits sehr vorbildlich unterwegs. Mit einer Recyclingquote von 65% wird ein hervorragender Wert erzielt.

Aus alt wird neu
Im ersten Jahr hat die Gemeinde bereits über 110 Tonnen Kunststoff abgeführt. „Wir sind sehr zufrieden mit dem ersten Jahr", erzählt Andreas Dill, Umweltbeauftragter bei der Gemeinde Allschwil und die treibende Kraft hinter dem Projekt. Die gesammelten Kunststoff-Abfälle werden in einer lokalen Unternehmung zu Ballen gepresst und zu einer naheliegenden Recyclingfirma transportiert. Mit modernster Technologie werden die Kunststoff-Abfälle zu sortenreinen Granulaten verarbeitet, welche zur Herstellung neuer Kunststoffprodukte dienen. Das können beispielsweise Folien, Säcke, Spielzeuge oder sogar Kleider sein. Aus alt wird neu und die Umwelt wird dazu noch geschont. Was will man mehr?

Bequem und günstig
Jeden zweiten Dienstag werden in Allschwil die Kunststoff-Sammelsäcke abgeholt. Das ist nicht nur bequem sondern auch finanziell attraktiv. Eine Rolle mit 25 Sammelsäcken (35 Liter Volumen) kostet CHF 18. Das entspricht CHF 0.72 pro Sack. Nicht zu unterschätzen ist ebenfalls der durch die Kunststofftrennung gewonnene Platz im gewöhnlichen Kehrichtsack, womit das Geld dort wieder eingespart wird.

Deine Meinung ist gefragt
Mit Carsharing und Recycling kann schon sehr viel für die Umwelt getan werden. Welche weiteren Massnahmen sind für die Schweizer Bevölkerung einfach umzusetzen und helfen dabei die Umwelt weiter zu schonen? Teile uns deine Ideen und Vorschläge in den Kommentaren mit.

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