Zukunft Mobilität: Die Schweiz hat noch Aufholbedarf

By Anabel Díez | 8.08.2018

Die Mobilität ist ein wichtiger Teil des Schweizer Alltags. Der Verkehr ist für ca 32% der Treibhausemissionen verantwortlich. Wenn wir die Zulassungsstatistik der neuen Personenwagen betrachten, sieht man, dass die Schweiz leider nicht zu den energieeffizientesten Ländern gehört. Thomas Weiss klärt auf:

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Wie bewegt sich der durchschnittliche Schweizer heute? Welche Folgen hat dies auf den Energieverbrauch?
Die Mobilität ist ein wichtiger Teil unseres Alltags. Knapp 37 km legt Herr und Frau Schweizer im Durchschnitt täglich im Inland zurück. Der Grossteil davon (65%) wird mit dem Personenwagen bewältigt. Wichtigster Verkehrszweck sind Freizeitaktivitäten, gefolgt von Arbeitswegen. Der Verkehr ist in der Schweiz für 36 Prozent des gesamten Energieverbrauchs verantwortlich - und somit vor Haushalte (28%) und Industrie (18%) der Sektor mit dem höchsten Anteil. Bei den CO2-Emissionen sieht das Bild gleich aus: Der Verkehr ist für ca. 32 Prozent der Treibhausgasemissionen in der Schweiz verantwortlich. Rechnet man den internationalen Luftverkehr mit ein, beträgt der Anteil des Verkehrs 38 Prozent. Diese Zahlen zeigen die grosse Bedeutung des Verkehrs in der Schweiz deutlich.

 

Wie können wir die Mobilität und den Verkehr also effizienter gestalten?
Letztendlich ist es immer der Entscheid jedes Einzelnen, wie er seine Mobilität gestaltet. Wichtig ist, dass Angebote und Produkte verfügbar sind, die eine effizientere Mobilität ermöglichen. Diese sind in vielen Bereichen bereits auf dem Markt. So gibt es attraktive, effiziente Fahrzeugmodelle mit alternativen Antrieben oder neue Mobilitätslösungen wie z. B. Catch a Car. Weitere Innovationen werden helfen, die Mobilität effizienter zu gestalten. Die Digitalisierung wird hierzu ein wichtiger Schlüssel sein.

 

Wie sieht die Mobilität im Jahr 2050 aus?
Mary Berra, Chefin von General Motors, hat letztes Jahr anlässlich einer Konferenz gesagt, dass für die Autoindustrie in den kommenden fünf Jahren grössere Veränderungen anstehen als in den letzten 50 Jahren. Dies zeigt deutlich, dass im Bereich Mobilität grosse Umwälzungen bevorstehen. Langfristige Prognosen sind daher sehr schwierig. Ich sehe aber drei grundlegende Entwicklungen: Die Mobilität wird hauptsächlich elektrisch sein, die Fahrzeuge sind weitgehend oder voll autonom und Sharing wird eine starke Rolle einnehmen. Dies aus einem simplen Grund: Das System ist so günstiger, effizienter und letztendlich schneller. Der öffentliche Verkehr wird weiterhin eine wichtige Rolle spielen, sowohl im städtischen wie auch im Intercity Verkehr. Noch ungelöst ist die Energie- und Treibhausgasproblematik, vor allem beim Flug- und Schiffsverkehr. Möglicherweise werden dort biologische und synthetische Treibstoffe zukünftig wichtiger werden.

 

Wie fortschrittlich schätzen Sie die Schweiz in Bezug auf effizienten Energieverbrauch ein, international verglichen? Wo hat die Schweiz noch viel Aufholbedarf?
Wenn wir die Zulassungsstatistik der neuen Personenwagen betrachten, sieht man, dass die Schweiz in diesem Bereich leider nicht zu den energieeffizientesten Ländern gehört. Ganz im Gegenteil: In Europa sind wir Spitzenreiter in Bezug auf Durchschnittsverbrauch und CO2-Emissionen. Der sehr hohe 4x4-Anteil von aktuell über 50 Prozent und viele schwere, leistungsstarke Fahrzeuge tragen dazu bei. Hier wirkt sich deutlich die hohe Kaufkraft in der Schweiz aus. Wir sehen aber auch, dass die Schweiz im Vergleich zu anderen Ländern ohne finanzielle staatliche Förderung von Steckerfahrzeugen einen hohen Anteil an Elektrofahrzeugen hat. Dies zeigt, dass die Schweizer offen sind für neue Technologien und Antriebssysteme. 

 

Die Schweizer sind offen für neue Technologien und Antriebssysteme.  

 

Können Sie uns 4 einfach umsetzbare Tipps geben, wie jede/r Einzelne von uns seinen Energieverbrauch effizienter gestalten kann?

Wir können in allen Bereichen des Alltags energieeffizienter werden. In Bezug auf die Mobilität würde ich folgende Tipps geben:

• Durch die Anwendung der EcoDrive-Regeln lässt sich im Fahrbetrieb 10 bis 15 Prozent Treibstoff sparen

• Der richtige Unterhalt des Fahrzeuges hilft den Verbrauch zu senken - über 1'000 Garagisten bieten hierzu den AutoEnergieCheck a.

• Beim Mobilitätsverhalten bestehen riesige Einsparpotentiale. Eine Mitgliedschaft bei Mobility Car Sharing Schweiz, Catch a Car oder warum nicht mit Carpooling einen leeren Sitz besetzen, anstatt selber das Auto nehmen?

• Und zu guter Letzt bieten sich die schönen Sommertage perfekt dazu an, vermehrt das Velo zu benutzen. Dadurch schont man nicht nur die Umwelt sondern macht auch noch etwas für die Fitness und das Wohlbefinden. Und am Mittwoch kann man dank dem Velo-Mittwoch ganzjährig interessante Preise gewinnen.

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