Urbangardening - mit Gärten die Stadt verändern

By #beindependent | 14.04.2015

Das Projekt Gemeinschaftsgarten Landhof steht für die Rückkehr der Gärten in die Stadt, für urbane Landwirtschaft, für urban agriculture, für «local food for local people».

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Der Landhof liegt mitten in der Stadt Basel, gleich hinter dem Messeturm. Im Jahr 2010 hat Urban Agriculture einen Teil davon in einen öffentlichen Gemeinschaftsgarten verwandelt. Die essbare Stadtoase ist eines von 40 Projekten des gemeinnützigen Vereins, der Grünflächen in der Stadt auf vielfältige Weise nutzbar macht. Nebst nahrhaftem Grün soll dieser auch ein Sozialisierungs- und Begegnungsraum des Quartiers sein. Der öffentliche Garten soll zum Ort der Begegnung für unterschiedliche Gesellschafts- und Nutzergruppen ein attraktiver Quartierraum werden. Weiter soll dieser eine inspirierende Wirkung bezüglich urban agriculture haben. Es ist durchaus denkbar, dass beispielsweise Jungpflanzen aus dem Garten an Anwohnende für neue urbane Gärten abgegeben werden.

Im Gegensatz zu klassischen Schrebergärten setzen die Gemeinschaftsgärten auf Eigenverantwortung und lockeres Miteinander. Gepflanzt wird meist in Kisten oder alten Badewannen. «Viele, die mitmachen, stammen aus der Umweltbewegung oder aus der Alternativwirtschaft und sind lockere Formen des Zusammenarbeitens gewohnt», sagt Isidor Wallimann, Präsident des Vereins Urban Agriculture Netz Basel (UANB).

Die Idee, Gemüse in der Stadt anzubauen, ist nicht neu: «Die Tradition reicht rund 150 Jahre zurück bis zur Gründung der ersten Schrebergärten, die aktuelle Bewegung nimmt aber meist Bezug auf Gemeinschaftsgärten in New York City, die in den 1970er Jahren während der Weltwirtschaftskrise entstanden sind», sagt Martin Sodermann, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Umweltplanung an der Universität Hannover. Die Motivation, selber Gemüse anzubauen, ist bei den meisten Beteiligten der Spass am Gärtnern und eine kritische Sicht auf die industrielle Landwirtschaft.

Auch wenn der Betrieb der Gärten in der Regel sehr informell erfolgt, steht oft ein Verein oder eine Genossenschaft dahinter. Diese Rechtsform erleichtert den Kontakt mit Grundstückbesitzern oder potenziellen Geldgebern.

Um beim Projekt mitmachen zu können ist eine Mitgliedschaft im Verein Pflicht. Die Beete werden am jährlichen Saisoneröffnungsfest vergeben, danach ist jeder selber verantwortlich. Die Mitglieder organisieren sich untereinander, der Verein stellt lediglich das Grundstück sowie Werkzeuge zur Verfügung. Die Kosten der Gemeinschaft werden durch Spenden, Beiträge von Stiftungen oder Schenkungen gedeckt.

Die Erfahrungen mit der lockeren Organisation sind sehr gut. Trotzdem überlegt der Verein Urban Agriculture Netz Basel eine «Wandergärtnerin» anzustellen, die Unterstützung bei den Projekten bieten kann.

Nebst dem Projekt UANB nimmt in Basel die Firma Urban Farmers eine wichtige Rolle im städtischen Anbau von Gemüse ein. Wir haben im letzten Jahr auf unserem Blog darüber berichtet.

 

 

 

 

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